Nach dem ersten Herbststurm klingelt bei uns regelmäßig das Telefon: lose Dachziegel gesehen, ein Blechteil klappert, aber niemand weiß, wie schlimm es wirklich ist. Die klassische Antwort darauf ist ein Gerüst. Daraus resultiert tagelange Wartezeit, mehrere hundert bis über zweitausend Euro, nur damit jemand einmal draufschauen kann. Eine Drohne löst genau dieses Problem. Sie fliegt in dreißig bis neunzig Minuten jeden Winkel des Dachs ab, liefert hochauflösende Aufnahmen und kommt ganz ohne Gerüstbau aus. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine Dachinspektion per Drohne konkret abläuft, was sie kostet und wann sie sich wirklich lohnt.
Was ist eine Dachinspektion per Drohne?
Bei einer Dachinspektion per Drohne fliegt eine Kameradrohne das komplette Dach ab und hält jede Fläche in hochauflösenden Fotos und kurzen Videosequenzen fest. Üblicherweise erstellt sie dabei zehn bis zwanzig Aufnahmen, je nach Dachgröße und Komplexität. Anders als bei einer Begehung sieht sich dabei niemand die Fläche live vor Ort an, ausgewertet wird im Nachgang am Bildschirm. Das klingt nach einem Nachteil, ist in der Praxis aber meist ein Vorteil: Am Bildschirm lässt sich jede Aufnahme vergrößern, mit der vorherigen vergleichen und in Ruhe durchgehen. Details, die bei einer Begehung mit Fernglas oder vom Nachbargrundstück aus schlicht untergehen.
Wichtig dabei: Die Aufnahmen wertet ein Fachmann aus, keine Software. Bei uns sichtet und beschriftet Mario Tobias persönlich jede auffällige Stelle. Mit dem Blick eines Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeisters, der seit Jahren mit Dächern, Dämmung und Bauphysik zu tun hat.
Wann lohnt sich eine Dachinspektion per Drohne?
Ein Blick von oben lohnt sich in mehr Situationen, als man zunächst denkt. Die häufigsten sind:
Nach Sturm oder Hagel
Der klassische Fall. Nach einem Unwetter wollen die meisten Eigentümer schnell wissen, ob und wo etwas kaputt ist. Und das am besten, bevor der nächste Regen durch eine undichte Stelle läuft. Eine Drohne liefert dieses Bild oft noch am selben oder nächsten Tag, GPS-Koordinaten und Zeitstempel inklusive.
Vor Immobilienkauf oder -verkauf
Ein Dach, das von der Straße aus intakt wirkt, kann aus der Nähe ganz anders aussehen. Für Käufer schafft das Klarheit vor der Unterschrift des Kaufvertrages und für Verkäufer ist es ein Argument im Exposé.
Regelmäßige Kontrolle ohne akuten Anlass
Nicht jede Inspektion braucht einen Schadensfall als Grund. Gerade bei älteren Dächern oder vor der nächsten Sanierungsentscheidung zeigt eine Aufnahme, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
Für Versicherungen und Gutachter
Hochauflösende Fotos mit GPS-Koordinaten und Zeitstempel lassen sich direkt für Versicherungsmeldungen und Gutachten verwenden. Das spart eine zusätzliche Begehung und beschleunigt die Bearbeitung spürbar.
So läuft eine Dachinspektion mit der Drohne ab
Der Ablauf ist bei uns immer gleich strukturiert, damit Sie vorher wissen, was Sie erwartet:
- Anfrage & Beratung (ca. 15 Minuten): Sie schildern kurz per Formular, Telefon oder E-Mail, worum es geht. Wir klären den Umfang und ob für den Einsatzort besondere Genehmigungen nötig sind.
- Planung: Vor dem Termin prüfen wir Flugzone, Sperrgebiete und die Wetterlage für den vereinbarten Tag.
- Durchführung (30–90 Minuten vor Ort): Der eigentliche Flug. Bei reinen Sichtprüfungen reichen meist 30 bis 60 Minuten, bei größeren oder kombinierten Einsätzen kann es auch die volle Stunde und mehr werden.
- Auswertung (noch am Einsatztag): Die Aufnahmen werden gesichtet, auffällige Stellen markiert und beschriftet.
- Übergabe (bis zum nächsten Werktag): Sie erhalten die Fotos und ggf. Videos digital. In der Regel noch am Einsatztag, spätestens am nächsten Werktag.
Wenn die Wetterbedingungen am geplanten Tag nicht passen, verschieben wir lieber den Termin, als Aufnahmen mit schlechter Aussagekraft zu liefern.
Welche Technik kommt zum Einsatz?

Für Dachinspektionen setzen wir die DJI Matrice 30T ein, eine Industriedrohne, die speziell für Inspektionsaufgaben entwickelt wurde: 48 Megapixel Fotoauflösung, bis zu 41 Minuten Flugzeit, Schutzklasse IP55 und eine 360°-Hinderniserkennung, die auch in engen Dachlandschaften mit Schornsteinen und Antennen sicher navigiert. Die Drohne hält Windstärke 7 stand, bei noch höheren Windgeschwindigkeiten fliegen wir dann nicht.
Zusätzlich verfügt die Matrice 30T über eine integrierte Wärmebildkamera mit einer Genauigkeit von 0,1 °C. Für eine reine Dachsichtprüfung brauchen wir die in der Regel nicht. Interessant wird sie, wenn Sie zusätzlich wissen möchten, ob sich unter der Dacheindeckung bereits Feuchtigkeit gebildet hat oder wo die Gebäudehülle Wärme verliert. Dafür bieten wir mit der Gebäudethermografie einen eigenen, darauf spezialisierten Service an, der sich mit einer Dachinspektion kombinieren lässt.
Praxisbeispiel: Sturmschaden am Einfamilienhaus in Plauen
Ein Eigentümer aus Plauen vermutete nach einem Sturm einen Schaden am Dach, hatte aber keinen sicheren Zugang ohne Gerüst. Die Drohnenbefliegung dauerte rund 20 Minuten. Dabei zeigten sich mehrere verschobene Dachziegel und eine beschädigte Schornsteinabdeckung. Das isnd Schäden, die von unten kaum zu erkennen gewesen wären. Die Aufnahmen dienten anschließend als Nachweis für die Versicherungsmeldung. Kein Gerüst, kein zusätzlicher Termin mit einem Gutachter und alles erledigt an einem Nachmittag.
Drohne oder Gerüst? Was in der Praxis günstiger ist
Für eine einfache Dachinspektion kostet allein der Gerüstaufbau, je nach Gebäudehöhe, zwischen 500 und über 2.000 Euro, und das, bevor überhaupt jemand draufgeschaut hat. Dazu kommt ein halber bis ganzer Tag für Auf- und Abbau, Arbeit in der Höhe mit entsprechendem Risiko und meist eine Handskizze oder ein mündlicher Befund als Ergebnis. Soll zusätzlich noch die Wärmebildkamera ran, braucht es oft einen zweiten Termin mit einem separaten Thermografen.
Mit der Drohne fällt der Gerüstaufbau komplett weg. Die Inspektion findet aus sicherer Entfernung vom Boden aus statt, dauert 30 bis 90 Minuten und liefert hochauflösende Fotos und Videos statt einer Skizze. Die Thermografie-Option läuft bei Bedarf im selben Einsatz mit. Das heißt nicht, dass Gerüste überflüssig wären, denn für die eigentliche Reparatur braucht es sie weiterhin. Für die reine Sichtprüfung vorab ist die Drohne in den meisten Fällen aber die schnellere und günstigere Lösung.
Was kostet eine Dachinspektion per Drohne?
Bei uns starten die Pakete für Dachinspektionen bei folgenden Preisen (netto):
- DachSicht-Paket, ab 179 €: hochauflösende Sichtprüfung von Dach und Fassade, 10 bis 20 Fotos und Videosequenzen, Schäden und Zustand visuell dokumentiert.
- SturmCheck-Paket, ab 199 €: Dachkontrolle nach Unwetter mit der Möglichkeit eines Sofort-Termins, Bilddokumentation mit GPS-Koordinaten und Zeitstempel speziell für Versicherungsmeldungen.
Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer sowie Fahrtkosten von 0,95 € pro Kilometer im Umkreis von 50 Kilometern. Was der konkrete Einsatz am Ende kostet, hängt von Dachgröße, Zugänglichkeit und gewünschten Zusatzleistungen wie einer kombinierten Thermografie ab. Kombinierte Leistungen kalkulieren wir individuell. Auf Wunsch erhalten Sie vorab ein kostenloses und unverbindliches Angebot.
Zum Vergleich: Allein der Gerüstaufbau für eine klassische Inspektion liegt, wie oben beschrieben, oft schon über dem Preis der kompletten Drohneninspektion.
Rechtliche Grundlagen: Was beim Drohneneinsatz gilt
Ein Drohnenflug übers eigene oder ein fremdes Grundstück ist in Deutschland nicht einfach so erlaubt, wie es einem gerade passt. Für gewerbliche Einsätze mit Drohnen über 250 Gramm ist der EU-Kompetenznachweis A1/A3 des Luftfahrt-Bundesamts Pflicht, dazu eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung. Vor jedem Flug wird geprüft, ob sich der Einsatzort in einer Flugverbotszone befindet und welche Mindestabstände zu Wohngebieten, Flughäfen oder Naturschutzgebieten gelten. Grundlage dafür ist die EU-Drohnenverordnung (EU 2019/947), die seit 2021 europaweit einheitlich gilt.
Auch beim Datenschutz gilt eine klare Regel: Aufnahmen beschränken sich auf das beauftragte Objekt. Aufnahmen von Nachbargrundstücke oder Personen werden dabei ausgegrenzt. Bei uns ist Mario Tobias persönlich EU-zertifizierter Drohnenpilot mit dem A1/A3-Kompetenznachweis und fliegt jeden Einsatz selbst. Die nötige Haftpflichtversicherung und gewerblicher Betriebsgenehmigung ist natürlich vorhanden.
Einsatzgebiet: Dachinspektion im Vogtland und Umgebung
Wir sind in Reichenbach im Vogtland ansässig und fliegen Dachinspektionen im Umkreis von rund 100 Kilometern. Unter anderem in Plauen, Zwickau, Auerbach, Greiz, Werdau, Netzschkau, Lengenfeld, Treuen, Falkenstein, Rodewisch und Elsterberg. Auch für Anfragen aus Chemnitz, Gera und Hof sind wir regelmäßig unterwegs, auch wenn diese Städte schon am Rand unseres Radius liegen. Für die meisten Aufträge im Vogtland können wir kurzfristig, oft noch in derselben Woche, einen Termin anbieten. Größere Projekte außerhalb dieses Umkreises stimmen wir individuell ab.
Worauf Sie bei der Anbieterwahl achten sollten
Nicht jeder, der eine Drohne besitzt, darf oder sollte gewerbliche Dachinspektionen anbieten. Bevor Sie einen Anbieter beauftragen, lohnt sich ein Blick auf:
- Gültiger Kompetenznachweis: Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 (oder höher) sollte selbstverständlich sein, nicht die Ausnahme.
- Haftpflichtversicherung: Seriöse Anbieter legen den Versicherungsnachweis auf Nachfrage vor.
- Referenzen und Bewertungen: Echte Praxisbeispiele und Google-Bewertungen sagen mehr als jedes Werbeversprechen.
- Wetterentscheidung vor Termintreue: Wer bei ungeeigneten Bedingungen trotzdem fliegt, liefert selten brauchbare Aufnahmen.
- Handwerklicher Hintergrund: Ein Anbieter, der Dächer, Dämmung und Bauphysik auch handwerklich versteht, erkennt auf den Aufnahmen mehr als jemand, der nur die Drohne steuert.
Häufig gestellte Fragen zur Dachinspektion per Drohne
Ersetzt die Drohneninspektion eine Begehung durch den Dachdecker?
Nein, zumindest nicht komplett. Die Drohne zeigt zuverlässig, wo etwas nicht stimmt und wie groß die betroffene Fläche ist. Für die eigentliche Reparatur braucht es am Ende trotzdem jemanden, der aufs Dach steigt.
Wie schnell nach einem Sturm sollte die Inspektion stattfinden?
Je früher, desto besser, vor allem wenn Regen angekündigt ist. Kleine Schäden werden sonst schnell größer, sobald Feuchtigkeit unter die Dacheindeckung gelangt. Für diese Fälle sprechen Sie uns auf kurzfristige Termine an.
Erkennt die Kamera auch kleine Schäden wie Haarrisse in Dachziegeln?
Mit 48 Megapixel Auflösung lassen sich auch feinere Risse und Verschiebungen erkennen, solange die Aufnahme nah genug und der Lichteinfall gut genug ist. Bei sehr feinen, oberflächlichen Haarrissen kann trotzdem eine zusätzliche Nahaufnahme vor Ort sinnvoll sein, aber das besprechen wir im Einzelfall vor Ort.
Reicht die Sichtprüfung oder brauche ich zusätzlich eine Wärmebildaufnahme?
Für sichtbare Schäden wie verschobene Ziegel, Risse oder Verstopfungen reicht die Sichtprüfung meist aus. Bei Verdacht auf Feuchtigkeit unter der Dämmung oder Wärmeverlust ist eine zusätzliche Thermografie sinnvoll. Am besten in der Saison von November bis Februar, wenn der Temperaturkontrast am größten ist.
Wie oft sollte ein Dach auch ohne akuten Anlass kontrolliert werden?
Eine Faustregel, die für jedes Dach gilt, gibt es nicht. Bei älteren Dächern oder exponierter Lage empfiehlt sich eine Kontrolle alle paar Jahre, bei neueren Eindeckungen reicht oft eine Kontrolle nach größeren Wetterereignissen.
Was passiert, wenn die Drohne einen Schaden findet?
Sie erhalten die Aufnahmen mit markierten und beschrifteten Auffälligkeiten. Für die weiteren Schritte beraten wir Sie gerne, welche Unterlagen Sie brauchen und wie Sie am besten vorgehen.
Fazit
Eine Dachinspektion per Drohne ersetzt kein Handwerk, aber sie ersetzt zuverlässig das teure und langwierige Gerüst für die reine Sichtprüfung. Sie bekommen ein klares Bild vom Zustand Ihres Dachs, oft noch am selben Tag. Ob nach einem Sturm, vor dem Immobilienkauf oder einfach zur Kontrolle, eine Dachinspektion ist auf jeden Fall sinnvoll. Jetzt Termin für eine Dachinspektion anfragen.

